Freitag, 16. September 2011

UPS (United Parcel Service) mit zusammengewürfelter Hausschrift

Als ich gestern auf dem Weg nach Hause, war fiel mein Blick auf die Schrift eines am Straßenrand stehenden UPS-Wagen. „UPS verwendet als Hausschrift die Dax!“, dachte ich bei mir und ging weiter. Doch irgendetwas war komisch: „Dax mit einem doppelstöckigen g?“ 

Als heute morgen Severin Wucher bei Facebook das Bild eines UPS-Wagen und dessen Schrift postete, wurde ich in meiner gestrigen Verwunderung bestätigt: es war tatsächlich etwas komisch. Severin schrieb zu dem Bild: „Find the mistake: UPS replaced the lower-case ‘g’ of its corporate typeface Dax with Meta. But why?“


Ich fing an zu recherchieren und wurde fündig. Ich fand einen super spannenden Beitrag auf Fontblog.de. Viel Spaß beim Lesen (Lars):

Lizenzstreit: FSI schließt Vergleich

Auf Typophile erschien in den frühen Morgenstunden eine Pressmitteilung von FSI FontShop International zu einem länger schwelenden Schriftlizenzstreit: Man habe sich mit einem nicht genannten Corporate-Design-Unternehmen verglichen. Kommentatoren im Forum steuerten Ross und Reiter bei: es geht um die Schrift FF Dax, von Future Brand für das Redesign des Logistik-Konzerns UPS eingesetzt und nach Auffassung von FSI nicht ordentlich lizenziert.




Bei der beklagten Schrift handelt es sich um eine (so die Schriftexperten bei Typophile) eigentümlich modifizierte FF Dax mit einem kleinen g aus der FF Meta, ebenfalls eine Schrift aus FSIs FontFont-Bibliothek. Dieser Zwiebelfisch war dem Fontblogger schon vor Monaten aufgefallen:



Die Übersetzung der Pressemitteilung: »FSI Fonts und Software GmbH (FontShop International) gibt heute bekannt, dass es einen Vergleich mit einem international anerkannten strategischen Markenentwicklungsunternehmen geschlossen hat, dessen Gegenstand eine Streitigkeit über Entwurf, Schöpfung und die Lizenzierung einer Schrift war – Bestandteil einer Arbeit für einen Kunden dieses Unternehmens.Das Unternehmen bestritt und verteidigte sich energisch gegen Vorwürfe, dass die besagte Schrift die Urheberrechte FSIs berühre oder dass die Schrift eine nicht-autorisierte Ableitung der von FSI herausgegebenen Schriften FF Dax und FF Meta sei. FSI erhob seine Vorwürfe im Februar 2005.Ohne jede Haftungszusage vereinbarten die Partner diese Angelegenheit gemäß den Bedingungen einer vertraulichen Vergleichsvereinbarung zu lösen, um die Unsicherheiten, Belastungen und Kosten eines möglichen langen Rechtsstreits zu vermeiden. Bestandteil des Vergleichs ist die Zusage des Unternehmens, 17.500 Dollar an FSI zu zahlen.« 

Die erste Kommentar zur Pressemitteilung auf Typophile:
Yves Peters: »Glauben die Future-Brand-Leute wirklich, dass wir alle blind und doof sind?«
Jared Benson: »Eine Lehre für Corporate Designer: Man kann nicht einfach an ein paar Buchstaben schrauben und das Ergebnis als seine eigene Schöpfung verkaufen.«
Chris Keegan: »Futura Brand ist viieel zu billig davon gekommen. Ich bin sicher, dass sie UPS mehr als 17 K für deren ›eigene Schrift‹ abgeknöpft haben.«

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